Großer Anklang bei Grünen-Dialog

„Demokratie braucht das Gespräch“

Foto: © Marvin Radke

Das Luftbild zeigt die Dominanz der früheren Marineversorgungsschule in der Ortsmitte.

Di, 04. Dez 2018
List

Von den Grünen im Inselnorden erhielt die Redaktion im Nachgang zu einem Klönschnack unter anderem über das Thema Ortsentwicklung (wir berichteten ausführlich) diesen Beitrag,
den wir gekürzt wiedergeben:
„Ich bin Jahrgang 1931!“ sagt ein Teilnehmer lächelnd, und seine Sitznachbarin ergänzt: „Ich bin auch schon 86 – und wir haben hier schon eine Menge erlebt“. Daneben saß ein Schüler, der Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche initiieren möchte und seine Ideen unter anderem für einen Bike-Park erläutert. Eine bunte Mischung aus Listerinnen und Listern, mit verschiedenen Parteibüchern und überwiegend ohne kamen unlängst miteinander ins Gespräch – über eine Fülle von Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen.
Der Informations- und Gesprächsbedarf war enorm. Angesprochen wurden unter anderem die extrem hohen Busfahrpreise. Sogar Oberstufenschüler müssen 86 Euro pro Monat bezahlen.
Ein 365-Euro-Jahresticket, welches sich in anderen Regionen auch rechnet, wäre eine anstrebenswerte Lösung für Sylt. Andere Themen waren die Zerstörung der Bäume im
Süderhörntal und in der Alten Bahnhofstraße sowie die Frage, wie es um die Frischwassersicherung steht bei wachsenden Gäste- und Einwohnerzahlen. Und: Wie können die versprochenen
8-Euro-Mieten im Dünenpark dauerhaft gesichert werden? Gesprochen wurde über die leider immer weiter wachsende Anzahl von Autos, über den notwendigen Bau von Radwegen und über
die Lichtverschmutzung. Auch Hindernisse des Alltags, zum Beispiel die schwergängige Tür zum Sparkassenautomat, sind benannt worden. Allgemein herrschte das Empfinden, dass in List Einzelinteressen vorherrschen und dass ein breit diskutiertes tragbares Gesamtkonzept fehlt. Darüber hinaus wurde die Frage gestellt, wer eigentlich von der gegenwärtigen Entwicklung profitiere. Von einem seit 2013 vorliegendem Ortsentwicklungskonzept sowie einer seit 2014 formal verabschiedeten Klimaresolution ist auch den anwesenden alteingesessenen Bürgern nichts bekannt. Deutlich spürbar war das Kopfschütteln über die Bauprojekte in der Alten Bahnhofstraße – und, dass niemals jemand die Menschen nach ihren Bedürfnissen gefragt hat. Die
Stimmung schwankte zwischen Resignation und Aufbruch. „Es ist doch sowieso alles zu spät“, resignierten die Einen. Andere hielten dagegen: „Lasst uns jetzt schauen, was wir noch tun können!“
Die Treffen werden fortgesetzt. Wer darüber informiert werden möchte, kann sich unter www.gruene-list.de für einen Newsletter anmelden.“