Woche für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Frauen und Kinder sind Opfer

Fr, 16. Nov 2018
Westerland
,
Sylt

Die „internationale Woche für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ findet in diesem Jahr von Montag kommender Woche, 19. November, bis einschließlich Sonntag kommender Woche, 25. November, statt. Vor dem Rathaus wird in der gesamten Woche die „Terres-desFemmes-Fahne“ unter dem Motto „Frei leben ohne Gewalt“ gehisst. Am Montag, 19. November, findet in der Zeit von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr die bundesweite Brötchentütenaktion statt. Sie steht unter dem Titel „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte!“ Petra Susanne Raap von der Frauenberatung und Notruf Nordfriesland und die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Sylt, Andrea Dunker, werden in dieser Zeit vor Ort sein und Informationsmaterial verteilen. Zeitgleich wird eine Vertreterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) über die Kampagne: „Luisa ist hier!“ informieren. Die Bäckerei Raffelhüschen spendet, wie bereits in den vergangenen Jahren, die Brötchen.

Hintergrund: Die meisten Gewalttaten werden nicht in der Öffentlichkeit, sondern daheim in der Familie verübt. Fast immer sind Frauen und Kinder die Opfer. Getragen wird die Initiative vom schleswig-holsteinischen Justizministerium sowie vom Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein und den örtlichen Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen. Knapp 320.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ werden landesweit in der Aktionswoche von rund 50 Bäckereien verteilt.

Ministerin Sabine SütterlinWaack erklärte zum Auftakt der Aktion: „Mehr als 3.000 Fälle von häuslicher Gewalt und mehr als 500 Fälle von häuslicher Gewalt mit Wegweisung allein im vergangenen Jahr sind uns Warnzeichen und Auftrag zugleich.“ Die Aktion fordere in unaufdringlicher Weise das soziale Umfeld auf, Gewalt nicht zu ignorieren, sondern Betroffenen den Weg zu den Hilfen zu erleichtern. Die Unterstützung des sozialen Umfeldes sei entscheidend dafür, ob eine Frau es schaffe, sich aus einer Gewaltsituation zu lösen.

„Es gilt für uns alle, hinzuschauen und – wo nötig – zu helfen.“ Im Jahr 2017 gab es in Schleswig-Holstein 3.032 polizeiliche Einsätze wegen häuslicher Gewalt. Die Hilfeangebote bei häuslicher Gewalt und weitere Informationen zum Thema sind auch in der Broschüre „Nur Mut – Handlungsmöglichkeiten in Gewaltbeziehungen“ zusammengestellt. Die Broschüre steht im Internet unter der Adresse www. schleswig-holstein.de für Interessenten zum Herunterladen bereit.