Eckart Pfannkuchen leitet seit Anfang Oktober das Hotel Arosa in List

„Sensationell aufgestellt“

Foto: © Hotel Arosa

Das Hotel Arosa in List wird seit Anfang Oktober von Eckart Pfannkuchen geleitet. Der gebürtige Dresdner hat Verantwortung für rund 150 Mitarbeiter.

Mi, 01. Nov 2017
List

Als am 9. November vor 28 Jahren in Berlin die Mauer fiel, öffneten sich für den damals 16-jährigen Eckart Pfannkuchen ganz neue Perspektiven. In Dresden geboren und aufgewachsen, lernte er als junger Mensch, dass Fernweh Grenzen hatte – spätestens, wenn er nach Westen blickte. Aber in diesem November 1989 wurde auf einen Schlag alles anders. Pfannkuchen überlegte, welcher Beruf ihn hinaus in die Welt tragen könnte. „Ich bin dann nach Radebeul gegangen und habe dort Hotelkaufmann gelernt“, sagte der Direktor des Hotels Arosa, der das Haus zu Beginn des Monats übernommen hat.

Radebeul war von seiner Heimatstadt noch nicht allzu weit entfernt, aber ein Anfang war gemacht. Und mit diesem ersten beruflichen Kapitel schuf er die Voraussetzungen für das nächste – und das spielte bereits im Ausland, im niederländischen Den Haag, wo er einen Diplom-Kurs im Fach internationales Hotelmanagement belegte. „Und dann müssen Sie die grundsätzliche Entscheidung treffen, ob es eher Richtung Tradition oder eher hin in die Moderne gehen soll“, sagte er im Interview mit unserer Zeitung. Die Moderne sollte es werden, das Internationale, von dem er schon in seiner sächsischen Heimat so fasziniert war.

Eckart Pfannkuchen ging für fünf Jahre nach London, sammelte erste Berufserfahrungen in der Hauptstadt des internationalen Hotelmanagements. Und danach erfüllte sich der damals knapp 30-Jährige einen lange gehegten Traum: „Ich legte ein Sabbat-Jahr ein und startete auf eine einjährige Reise um die Welt.“ Südamerika, Hawaii, Neuseeland, Australien, dann der ganze asiatische Bereich: Singapur, Malaysia, Thailand, Laos und Vietnam. Eckart Pfannkuchen feierte seinen 30. Geburtstag in Kambodscha und kam irgendwann über Indien nach Deutschland zurück.

„Es war ein Jahr mit sensationellen Erfahrungen. Ich möchte keinen einzigen Tag missen.“ Und dieses Jahr war so intensiv, „dass ich mich bis heute an jeden einzelnen Tag erinnern kann.“ Kuba gefiel ihm besonders, auch Vietnam. Er lernte Sprachen, machte sich mit den Kulturen der Welt vertraut, mit ihren Gewohnheiten und Eigenarten.

Auf der internationalen Schiene wollte er auch nach diesem Jahr im Ausland weiterfahren. „In der internationalen Hotellerie wird man grundsätzlich auf Basis von Zweijahresverträgen angestellt; meine erste Stelle trat ich im Kempinski in Peking an.“ Das Kempinski auf Sansibar folgte, dann arbeitete Pfannkuchen im Hotel Adlon in Berlin und wechselte danach in den Oman, in die Hauptstadt Maskat. Über Vietnam und die Schweiz führte ihn sein Beruf nach Saudi-Arabien. Dort allerdings gab es Probleme mit dem Nachzug seiner Familie – Pfannkuchen hatte zuvor in der Schweiz seine heutige Frau kennengelernt, die in der selben Branche tätig ist. Über Bodrum in der Türkei kam er schließlich nach List. Inzwischen sind die Pfannkuchens zu viert: Der zweieinhalbjährige Maximilian hat vor sieben Wochen mit Anna-Sophia ein Schwesterchen bekommen.

Welchen Eindruck hatte er zuerst von der Insel? „Ich kam im August das erste Mal überhaupt nach Sylt. Die Sonne schien an diesem Tag, der Himmel war blau. Ich hatte einen guten ersten Eindruck von Sylt – ich bin Segler und Kite-Surfer, das passt gut zu Sylt, aber ich habe die Insel auch durch die Augen meiner Kinder gesehen. Und ich bin überzeugt davon, dass Sylt auch ein guter Ort für meine Frau und für meine Kinder werden wird.“ Dieser erste Eindruck von der Insel sollte in den folgenden Wochen von A bis Z bestätigt werden, sagt er. Alles richtig gemacht also. Und wo sieht er seine Aufgabe als Direktor des Hotels Arosa?

„Das Haus ist sensationell aufgestellt, es ist alles unter einem Dach – vom Restaurant bis hin zu einem wirklich sensationellen Spa-Bereich.“ Mit 150 Mitarbeitern – in der Hochsaison rund 170 - hat er ein motiviertes, junges Team übernommen. „Zufriedene Mitarbeiter, zufriedene Gäste!“ Dieses Motto ist Eckart Pfannkuchen wichtig, an dieser Maxime will er sich auch auf Sylt orientieren. Und: „Sylt funktioniert ganzjährig. Anderswo sind die Standorte eher saisonal aufgestellt. Nasse Sommer sehe ich hier nicht als Problem an, nicht für Sylt und nicht für unser Haus. Das Haus ist groß, hier ist schließlich alles unter einem Dach – und dieses Haus wurde von meinem Vorgänger Gordon Debus sehr gut geführt.“

Der gebürtige Dresdner Eckart Pfannkuchen hat einen guten ersten Eindruck von Sylt gewonnen, von seinem neuen Zuhause auf Zeit. Weiter will er im Moment sicher erstmal gar nicht denken.

Hotel Arosa
Listlandstraße 1
25992 List/Sylt
Telefon 04651 967500