Einigkeit macht stark!

Mi, 09. Aug 2017
Hörnum

Im Inselsüden werden ambitionierte Pläne geschmiedet. Profis begleiten die Sanierung des Hörnumer Hafens: Keine Geringere als die weltweit agierende Hamburger Architektensozietät Gerkan, Marg und Partner hat die Pläne für den Ausbau vorgelegt. Und Ole von Beust, einst geachteter Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt, leitet den Moderationsprozess, der die verschiedenen Akteure zusammenbringen soll. Von Beust arbeitet heute als Berater, er ist bekennender Freund der Insel – allein das schafft schon eine gute Grundlage für gute Ergebnisse. Auch beim Thema Finanzierung darf man vorsichtig optimistisch sein: Der Bund signalisiert – eine gute Verhandlungsführung aus Hörnumer Sicht vorausgesetzt – Entgegenkommen. Vier Millionen Euro der benötigten acht für die grundlegende Sanierung können aus Berlin geschickt werden, wenn die Gemeinde sich in gleicher Höhe engagiert. Aber auch die Hörnumer vier Millionen müssen nicht sämtlich aus dem Gemeindesäckel bezahlt werden, wenn die entsprechenden Fördertöpfe auf Landesebene angezapft werden. Wie letzteres funktioniert, weiß der Jurist Ole von Beust.

Alle Zeichen also auf Erfolg? Könnte man meinen, wenn es sich um die Sanierung des Hafens von, sagen wir, List drehen würde. Dort oben ist man sich seit vielen Jahren politisch einig, wie am Beispiel der professionellen Realisierung des Lister Markts bewiesen. Dort oben würden sie auch ihren Hafen saniert kriegen – wahrscheinlich in Rekordzeit. In Hörnum hingegen übt man sich seit Jahren im Ausleben weit überwiegend persönlich motivierter Antipathien. Wenn der Bürgermeister A sagt, will der CDU-Fraktionschef B. Und umgekehrt. So ist es fast immer.

Jetzt, in der Frage des Hafenausbaus, muss es zum Schwur kommen. Will man die dümmliche Provinzposse weiterspielen? Oder rauft man sich zusammen, stellt die Kindereien hintan und die Interessen der Gemeinde endlich mal in den Vordergrund, damit es mit eben dieser Gemeinde und ihrem Hafen eine gute Zukunft geben kann? Erst, wenn diese Frage positiv beantwortet wird, kann es klappen. Wird es klappen. Dann sind wirklich alle Voraussetzungen gegeben, aus dem rotten Hafen ein Glanzstück für die ganze Insel zu machen. Die Bürgerschaft hat‘s am Montagabend vorgemacht: Mit erhobenem Arm signalisierte das Auditorium weit überwiegende Einigkeit über die Sinnhaftigkeit dieses Projekts.

Nun müssen sie es in der Ortspolitik in Sachen Einigkeit nachmachen. Und sich am Erfolg des Projekts messen lassen. Sollte es mit der Einigkeit und den Plänen klappen, könnte damit vielleicht sogar die Grundlage für künftiges grundsätzliches Einvernehmen im Ort gelegt werden. Scheitert der neue Hafen am Dauerstreit in der Gemeinde, sollten sich die Akteure zur Kommunalwahl 2018 Gedanken machen, ob sie an der richtigen Stelle sitzen. Und wenn sie es nicht tun, dann sollten sich die Hörnumer über genau dieses Thema Gedanken machen.