Große Lösung gewünscht

Bauausschuss debattiert über Vorschläge des Kreises zur Verkehrsregelung in der Innenstadt

Foto: © Matthias Kerber / Sylter Spiegel GmbH

Von der Klaus-Groth-Straße (rechte Einmündung) bis zur St.-Nicolai-Straße soll auf dem Fahrstreifen Richtung Süden ein separater Radweg eingerichtet werden.

Mi, 16. Aug 2017
Westerland

Vor knapp einer Woche gab es in der Sylter Politik Irritationen, als in der „Sylter Rundschau“ die Frage gestellt wurde, ob der Bürgermeister in Sachen Verkehrskonzept – es ging vor allem um eine etwaige Einbahnstraßenregelung für die Maybachstraße – über die Köpfe der Bürger entscheiden wolle.

Dass dem nicht so ist, machte Bürgermeister Nikolas Häckel am Montagabend in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses klar. „Am 4. Juli gab es eine Verkehrsschau mit Vertretern des Kreises, der Gemeinde, der Polizei und des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr. Im Anschluss daran unterbreitete der Kreis Vorschläge zur Regelung des Verkehrs im Innenstadtbereich“, erklärte Häckel. Bei diesen Vorschlägen des Kreises Nordfriesland handelt es sich zum einen um die Ausweisung des Straßenzuges Maybachstraße/Süderstraße (Abschnitt Klaus-Groth-Straße bis Süderende) zur Tempo-30-Zone. Damit, so der Kreis, würden die bestehenden Zonen westlich und östlich des Straßenzuges optimal verbunden und ergänzt, indem dann auf allen Straßen westlich der L24 bis zum ZOB eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h vorgeschrieben sei.

Zum anderen beziehen sich die Überlegungen des Kreises auf die Verbesserung der Radverkehrsführung in Nord-Süd-Richtung und der Verkehrssicherheit für Radfahrer in der Maybachstraße. Dazu hat die Straßenverkehrsbehörde folgende Vorschläge unterbreitet: 1. die Einrichtung eines separaten Radweges (Abschnitt Klaus-Groth-Straße bis St.-Nicolai-Straße) auf dem jetzigen Fahrstreifen Richtung Süden. 2. eine Einbahnregelung in Nord-Süd-Richtung für den restlichen Fahrzeugverkehr bis St.-Nicolai-Straße. 3. Aus der Gegenrichtung, also Richtung Süden, wäre der Verkehr dann noch bis zum Parkplatz Habsburg am Technikhaus von H.B. Jensen möglich. 4. Der aus Süden kommende Verkehr würde über die St.-Nicolai-Straße/L24 geführt.

Dies seien gänzlich Vorschläge des Kreises, betonte der Bürgermeister. Entschieden sei überhaupt nichts. Ihm gehe es vor allem darum, ein „Meinungsbild in den unterschiedlichen Gremien zu erarbeiten“, so der Verwaltungschef weiter. Die Gemeindevertreter müssten entscheiden, ob die Vorschläge umgesetzt werden sollen oder nicht.

Gerd Nielsen (SPD) sprach sich dafür aus, ein Gesamtverkehrskonzept zu erstellen, anstatt immer nur Stückwerk zu produzieren. Auch Maria Andresen (Grüne) sprach sich dafür aus, nicht „kleckerweise neue Ideen rauszuhauen.“ Grundsätzlich stehe sie den Überlegungen des Kreise aber positiv gegenüber. Für ein Gesamtkonzept sprach sich auch Eberhard Eberle aus. Er könne zwar die Ausweisung der Tempo-30-Zone mittragen, so CDU-Mann Holger Flessau, aber bei der Einbahnstraßenregelung „erschließt sich mir der Sinn nicht.“ Aber auch er sei davon überzeugt, dass „uns Stückwerk nicht weiterbringt.“ Ein Gesamtverkehrskonzept liege nicht vor, betonte Bürgermeister Häckel. Dies sei insular gescheitert. „Wir versuchen Maßnahmen anzugehen, die uns empfohlen werden, sofern dies von der Politik gewünscht wird. Es wäre schade, wenn wir mit dem Verkehrskonzept nicht weiterkämen“, so der Verwaltungschef.