Fünf-Städte-Heim in Hörnum

Land genehmigt Wohnungsbau

Von links: Hartmut Thede (Semmelhaack), Reinhold Bauerfeld (FSV),Thomas Hölck (SPD), Dieter Schippler (Vorstandsvorsitzender FSV) und Thomas de Buhn (kommissarische Heimleitung), die sich für den Wohnungsbau eingesetzt haben.

Mi, 19. Dez 2018
Hörnum
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Sylt

Hörnum.(sc) Wenn es nach den Plänen des Wohnungsunternehmens Semmelhaack geht, könnte am Fünf-Städte-Heim in Hörnum bald neuer Wohnraum entstehen. Bereits vor zwei Jahren hat das Untenehmen mit Sitz in Elmshorn dem Fünf-Städte-Verein Pinneberg e.V. eine rund 4.000 Quadratmeter große, bisher ungenutzte Fläche an der Norderstraße abgekauft, um dort 100 zum Teil öffentlich geförderte Wohneinheiten zu schaffen. „Zu Preisen zwischen 6,10 Euro und 12,50 Euro sollen Wohnungen sowohl für Alleinstehende als auch für Familien entstehen und ausschließlich an Sylter und auf Sylt Arbeitende vermietet werden“, berichtete Projektentwickler Hartmut Thede vom Wohnungsunternehmen Semmelhaack am Sonntag, 28. Oktober, in einem Gespräch mit Vertretern der Presse und der Landesregierung im Fünf-Städte-Heim. Als Teil der Theodor-Semmelhaack-Familienstiftung habe sein Unternehmen kein Interesse an einem Verkauf der Wohnungen, „und ebensowenig an überteuerten Mieten – darum sichern wir eine Mietpreisbindung über 45 Jahre zu.“ Zudem sei das Projekt darauf ausgelegt, dass auch Senioren und Menschen mit Behinderung dort leben können: „Wir bauen barrierefrei und haben einen Stützpunkt für Ambulante Pflege sowie einen Gemeinschaftsraum geplant.“ Das Unternehmen hat deutschlandweit bereits mehr als 22.000 zum Teil öffentlich geförderte Wohnungen in seinem Portfolio und genießt auch beim anwesenden Landtagsabgeordneten Thomas Hölck (SPD) großes Vertrauen: „Die Firma Semmelhaack habe ich als verlässlichen Partner für bezahlbaren Wohnraum kennenlernen dürfen.“

Die Umsetzung der Pläne scheiterte bisher an der Stellungnahme der Landesplanung, die zuvor die Sicherung von Dauerwohnraum auf Sylt forderte: „Das betreffende Gelände liegt außerhalb der Innenbereiche“, erklärte Bürgermeister Nikolas Häckel auf Nachfrage, „es gibt eine Sonderregelung der Landesplanung zur Schaffung von benötigtem Dauerwohnraum auch in diesen Bereichen, sie ist aber an die Bedingung geknüpft, dass in allen Gemeinden auf Sylt eine Regelung zur Sicherung von bestehendem und künftigem Dauerwohnraum beschlossen und umgesetzt wird.“ Zahlreiche Versionen sind in den Gemeindevertretungen bereits diskutiert worden: Bekanntestes Beispiel ist die 40/60-Regelung, die mindestens 40 Prozent Dauerwohnraum bei Neu- und Umbauten fordert. Ein Ende der Diskussionen ist bisher noch nicht in Sicht, dennoch hat das Land nun grünes Licht für den Bau am Fünf-Städte-Heim gegeben: „Das Innenministerium begrüßt die Pläne für ein Wohngebiet im Bereich Hörnum Nord und hat sich in seiner Stellungnahme vom 1. November positiv zu dem Planungsvorhaben geäußert“, berichtete Pressesprecher Tim Radtke vom Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein auf Nachfrage. „Vor dem Hintergrund des großen Bedarfs an Dauerwohnraum für die Inselbewohner hat die vorgesehene Errichtung von 100 überwiegend geförderter Wohneinheiten eine große Bedeutung. Das Innenministerium sieht diese Pläne sehr positiv und unterstützt das weitere Verfahren, auch vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde sich darüber hinaus für den Erhalt von Wohnungsbeständen für Insulaner sehr eingesetzt hat und ihre Bauleitplanung im Wesentlichen an den Ergebnissen des Wohnraumentwicklungskonzeptes orientiert.“ Aus Sicht des Ministeriums solle die weitere Planung  nun fortgesetzt werden, „die noch ausstehenden Prüfungen in der konkreten Justierung der Bauflächen, wie beispielsweise die der naturschutzrechtlichen Belange, sollten zeitnah erfolgen.“