Klare Mehrheit für Bau der Feuerwache Tinnum am Kampende

Baustart schon im nächsten Jahr?

Foto: © oh / Sylter Spiegel GmbH

Mi, 21. Nov 2018
Sylt

Unweit der Boy-Lornsen-Schule in Tinnum soll die neue Feuerwache für den Ortsteil gebaut werden (Foto). Dafür stimmte am Donnerstag die große Mehrheit der Gemeindevertreter. Insgesamt 21 Stimmen gab es für die Beschlussvorlage sowie drei Enthaltungen und fünf Gegenstimmen – letztere vor allem von SPD und Grünen.

Der Tinnumer Gemeindevertreter Manfred Uekermann (CDU) ging in seiner ausführlichen Stellungnahme noch einmal auf die lange Geschichte ein, die sich um den geplanten Neubau entwickelt hat. „Schon in der Gemeinde SyltOst wurde über dieses Thema diskutiert; damals ging es um einen Standort im Gewerbegebiet am Flughafen.“ Die Gemeinde Sylt-Ost ging vor fast genau zehn Jahren in der neu gegründeten Gemeinde Sylt auf. Uekermann wies auch auf die erheblichen Mängel der alten Wache an der BoyNielsen-Straße hin, auf die die Feuerwehrunfallkasse immer wieder hingewiesen hat. Er erinnerte überdies an die fehlenden Parkplätze am jetzigen Standort. Auch dadurch werde die Ausrückzeit immer wieder verlängert. „Die Feuerwehr in Tinnum hat jedes Jahr rund 100 Einsätze. Und die 64 aktiven Mitglieder brauchen ein sicheres und durchdachtes Gebäude.“ Der geplante Standort sei optimal geeignet und alternativlos, gerade hinsichtlich der Abdeckung des Schutzes für Westerland-Süd, für den Tinnum seit der Einweihung des Neubaus für die Westerländer Wehr zuständig ist. Und in Sachen Sichtachse auf die unweit gelegene Tinnumburg von Kampende aus wies der CDU-Gemeindevertreter auf den schlechten Pflegezustand der Ringwallanlage hin: „Auf der Tinnumburg wachsen Brombeerbüsche mannshoch – und außerdem wird durch ein Biotop die Sicht verdeckt.“

Für die SWG bedankte sich Mario Pennino für eine „engagierte Arbeit“ und kündigte die Zustimmung seiner Fraktion an.

Mathias Lauritzen wies für die SPD-Fraktion darauf hin, dass derzeit nicht alle Bestandteile für das geplante Grundstück zur Verfügung stünden. „Wir wollen keine Verhinderer sein und wir sehen die Probleme mit der Wache an der Boy-Nielsen-Straße, aber wir stecken noch in Vertragsverhandlungen.“ Unter anderem auf dem derzeit noch fehlenden Grundstück seien Parkplätze für die Kameraden geplant. Lauritzen: „Wir sollten noch zwei Monate warten und wenn dann alles passt und grünes Licht kommt, spricht nichts dagegen, es dort zu machen.“

In dieses Horn stieß auch Roland Klockenhoff für die Grünen: „Die Grundstücksangelegenheiten sind noch nicht vollständig geklärt. Außerdem gibt es noch offene Fragen; wir sollten noch warten.“

Zustimmung hingegen vom SSW, den Insulanern und von Zukunft Sylt, deren Sprecher Lars Schmidt sich zudem für eine Aussichtsplattform an der neuen Wache mit Blickrichtung Tinnumburg stark machte.

Gemeindewehrführer Wolfgang Kloth wies noch einmal auf die Hilfsfristen hin, die mit der neuen Tinnumer Wache später auch für WesterlandSüd besser eingehalten werden könnten. Diese jetzt noch bestehende Lücke, so Kloth abschließend, lasse sich mit der neuen Tinnumer Wache am Kampende optimal schließen – „verbunden mit optimaler Zufahrt und Abfahrt“. Entsprechend klar fiel am Ende das Abstimmungsergebnis aus.

Bürgermeister Nikolas Häckel geht nun davon aus, „dass wir im ersten Halbjahr 2019 die entsprechenden Planungen für die Hochbauarbeiten durchführen können, um dann anschließend mit dem Bau zu beginnen. Wann das genau sein wird, kann ich aber derzeit natürlich noch nicht sagen.“ Prinzipielles Vorbild könnte die neu gebaute Feuerwache in List sein, „die nach den Vorstellungen der hiesigen Wehrführung entsprechend weiterentwickelt werden könnte. Näheres ist aber auf jeden Fall noch mit der Wehrführung sowie den Kameradinnen und Kameraden abzustimmen.“ Die Kosten für die Wache im Inselnorden lagen nach Informationen des Rathauschefs bei knapp zwei Millionen Euro.