Pläne im Ortsbeirat vorgestellt

Tinnum: Neue Bahnübergänge?

Mi, 24. Okt 2018
Tinnum
,
Sylt

Die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll (neg) möchte die der Gemeinde gehörenden Gleise im Bereich des Gewerbegebiets am Flughafen neu ordnen. Betroffen von dieser Neuordnung sind die Gleise unweit der Keitumer Landstraße sowie die Straßen „Zum Fliegerhorst“ und „Zur Kratzmühle“. Ziel der neg: Sie möchte in Zukunft gern längere Güterzüge abwickeln. Und das bedingt längere Gleise, über die beiden genannten Straßen hinweg. Die Überlegungen dazu stellten Anita Hallmann und Cecilia Mertens von der neg dem Ortsbeirat in seiner vorgestrigen Sitzung vor. Zur Zeit verkehren dort drei Züge pro Woche, Ziel sei, die Frequenz auf fünf zu erhöhen. Damit könnten pro Tag zehn bis 20 Lkw-Fahrten eingespart werden, erklärte Cecilia Mertens.

„Eine Verschiebung des Gleisabschlusses ist nur dann angemessen, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist“, so der Ortsbeiratsvorsitzende Raphael Ipsen. „Wenn es die Möglichkeit gibt, mehr Container auf die Schiene zu bekommen, sollte man darüber diskutieren“, führte Manfred Uekermann aus. Aber man solle sich vor allem die Frage stellen, was man damit erreiche. „Was sparen wir an Lärm, Emission, Energie und Aufkommen am Verladeterminal?“ Die Ausführungen zu diesen Fragen seien ihm, Uekermann, zu wenig.

Hallmann und Mertens argumentierten, dass bei unangemessenen Problemen der Prellbock einfach wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückgeschoben werden könnte. Auch habe man bei der neg vor, das Rangieren von Zügen mit maximaler Länge nur zwischen 18 und 7 Uhr durchzuführen, um Rückstaus an möglichen Bahnübergängen zu vermeiden. Markus Gieppner stellte die Frage, wo die Lkw stehen sollen, die die angelieferten Waren verteilen sollen. Diese Frage konnte von Hallmann und Mertens nicht beantworten werden. Siegfried Engel brachte es dann auf den Punkt: „Es gibt zu viele offene Fragen.“

„Der Kreis hat Bedenken“, merkte der stellvertretende Bürgermeister Holger Weirup an. „Was spricht gegen ein Planfeststellungsverfahren?“, fragte er. Der Antrag der neg auf Freistellung davon wurde vom Kreis abgelehnt, da die verkehrlichen Auswirkungen ohne Abstimmung mit dem Straßenbaulastträger nicht beurteilt werden können. „Wir sehen uns heute außerstande, einen Beschluss zu fassen“, so Ipsen, weshalb der Ortsbeirat einen Fragenkatalog erstellen will, der demnächst mit negGeschäftsführer Dewald diskutiert werden soll.