„Toll war‘s“

Super Stimmung zum Doppelgeburtstag in List

Foto: © Matthias Kerber / Sylter Spiegel GmbH

Viele tausend Besucher waren am vergangenen Freitag in der nördlichsten Gemeinde Deutschlands zu Gast, um einen Doppelgeburtstag zu feiern.

Mi, 26. Jul 2017
List

„Toll war‘s“, lautete das Fazit von Boris Ziegler, Kurdirektor der Gemeinde List, auf Nachfrage des Sylter Spiegels zu den Feierlichkeiten rund um den 725. Geburtstag der Gemeinde am vergangenen Freitag. „Wir hatten extremes Glück mit dem Wetter und eine super Stimmung“, so Ziegler weiter. Doch bevor Spiel und Spaß im Vordergrund standen, ging es zu Beginn der Geburtstagsfeierlichkeiten zunächst besinnlich zu. Petra und Jon Hardon Hansen sowie Schwester Francisca hielten einen ökumenischen Gottesdienst auf Deutsch und Dänisch ab. Die über 100 Sitzplätze unter der großen LED-Tafel waren vollständig gefüllt – und auch daneben blieben viele Besucher stehen, lauschten den Ausführungen der Geistlichen und sangen zu der Musik, gespielt von David Kaplan, mit.

Aber nicht nur List wurde während des offiziellen Teils gewürdigt, sondern auch das andere „Geburtstagskind“ – Jürgen Gosch, dessen Unternehmen sein 50-jähriges Bestehen feiert. Gosch und Bürgermeister Ronald Benck strahlten bei herrlichem blauen Himmel mit der Sonne um die Wette. „List zeigt ein neues Gesicht, das von Natur und Tourismus geprägt ist“, führte Benck bei seiner Ansprache aus. Dass dies früher auch einmal anders war, zeigte Hartmut Schiller, Leiter der Akademie am Meer, in seinem umfangreichen und spannenden historischen Abriss auf. Die wechselvolle Geschichte, die mit einigen Archivfotos auf der LED-Wand illustriert wurde, die Zeit der beiden Weltkriege sowie die Entmilitarisierung nach 1945 hätten immer wieder neue Anstrengungen von den Einwohnern abverlangt, um sich an die neue Situation anzupassen. Aber auch Schiller würdigte nicht nur List, sondern auch Gosch, die zusammen eine „perfekte Symbiose“ eingegangen seien. „List hat Gosch viel zu verdanken und Gosch hat List viel zu verdanken“, so Schiller am Ende seines Vortrages. Ingbert Liebing, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes Schleswig-Holstein beim Bund, zollte in seinem Grußwort List ein großes „Kompliment für die jüngste Entwicklung“. Für Heiterkeit und beste Stimmung sorgte der letzte Festredner. Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holsteins Peter Harry Carstensen (CDU), hielt eine launige Laudatio auf Jürgen Gosch und sein Unternehmen. Das Besondere an seiner Lebensleistung seien weder seine unternehmerischen Qualitäten noch seine Produkte, sondern seine Persönlichkeit, die Gosch zu etwas Besonderem gemacht habe. Nur ihm hätte das gelingen können, was er geschafft hat.

Nachdem die Bürgermeister der drei übrigen Zipfelgemeinden aus Selfkant (westlichste Stadt Deutschlands), Oberstdorf (südlichste) und Görlitz (östlichste), ihrem Freund Ronald Benck gratulierten und ihre Geschenke überreichten, gab dieser das Hafenfest frei.

Den zahlreichen Gästen, die hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisten, wurde Einiges geboten: Im Hafen hieß es Open Ship auf dem Polizeiboot „Sylt“, dem Forschungsschiff Mya II und den Rettungskreuzern der DGzRS. Spektakulär waren diverse Rettungsübungen von der DGzRS, der DRK-Wasserrettung, der Johanniter Rettungshundestaffel und dem SAR-Rettungshubschrauber, der Personen auf eine Rettungsinsel abseilte. Für das leibliche Wohl war an diversen Ständen und Restaurants bestens gesorgt. Krönender Abschluss war das Santiano-Konzert, das mit rund 4.000 zahlenden Besuchern zwar nicht ausverkauft war, aber Lists Kurdirektor Boris Ziegler zeigte sich mit der Zahl der Santiano-Fans dennoch zufrieden. 7.000 Karten hätten insgesamt verkauft werden können. Ziegler abschließend: „Es hat alles reibungslos funktioniert und wir hatten kein Verkehrschaos. Der Shuttle-Service hat prima funktioniert.“

Sehr zufrieden mit den Lister Feierlichkeiten war auch die Sylter Polizei: „Wir hatten keinerlei Probleme mit dem Fest, es lief wirklich alles sehr friedlich und gut ab“, resümierte Polizeisprecher Torsten Biß am Montag auf Anfrage unserer Zeitung.