Ausschuss beschließt finanzielle Unterstützung

100.000 Euro für Meerkabarett

Foto: © Archiv / Sylter Spiegel GmbH

Joachim Wussow freut sich über den Zuschuss.

Mi, 26. Sep 2018
Sylt

 Das Meerkabarett ist eine Institution auf Sylt. In diesem Jahr feierte die Veranstaltungsreihe ihr 25-jähriges Jubiläum. Wie so oft bei Kulturveranstaltungen decken die Einnahmen der verkauften Tickets nicht die Auslagen für das Event. Bisher war es so, dass die Gemeinde Sylt die Defizite des Meerkabaretts ausgeglichen hat. Das wird auch in Zukunft so sein, beschloss der Kulturausschuss der Gemeinde mehrheitlich in seiner jüngsten Sitzung.
„Kultur kostet Geld und das ist gut angelegtes Geld“, betonte Frank Zahel von der CDU. „Wir setzen ein Zeichen, dass es weitergeht.“ Dass es nicht weitergeht, stand wohl auch nicht ernsthaft zur Debatte. „Ich hatte natürlich schon die Hoffnung, dass der Ausschuss zustimmt, sonst hätte ich den Antrag auf eine finanzielle Unterstützung nicht gestellt“, erklärte der Geschäftsführer der Meerkabarett GmbH, Joachim Wussow auf Nachfrage des Sylter Spiegel.
Dem Ausschuss konnte er gute Zahlen präsentieren. „Die Besucherzahlen in Rantum und Keitum sind um fast 30 Prozent gestiegen. Das freut uns“, so Wussow weiter. Ins Kontor schlugen aber die beiden gefloppten Open-Air-Konzerte mit Anastacia und Max Giesinger. Für die beiden Konzerte habe man mehr als 1.000 Tickets weniger verkauft als eingeplant, so Wussow gegenüber den Ausschussmitgliedern. Er mache den mangelhaften Besucherzuspruch für die beiden Konzerte zum einem am Veranstaltungsort in List fest, aber auch am verstärkten Wettbewerb mit Veranstaltungen des Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS).
„Kultur zum Selbstkostenpreis zu veranstalten ist schwierig. Ich halte nicht viel davon, die Bezuschussung zu streichen“, so Uwe Tiedjen von der SPD.
Mario Pennino (SWG) fragte, ob es keine Synergieeffekte mit dem ISTS gebe, schließlich sei dieser für Tourismus zuständig und der Großteil der Meerkabarettbesucher seien nun einmal Touristen. In die gleiche Kerbe schlug auch Jonas Raspé von den Grünen: „Der ISTS und die Sylt Marketing Gesellschaft sollten mit ins Boot geholt werden.“ Eine bessere Kooperation wünschte sich auch Frank Zahel.
Wie hoch das diesjährige Defizit des Meerkabaretts ist, konnte Wussow den Ausschussmitgliedern noch nicht sagen. Er schlug dem Kulturausschuss vielmehr vor, ein Budget von 100.000 Euro für die kommenden drei Jahre zu beschließen, über dass dann das Meerkabarett flexibel verfügen kann. Bürgermeister Nikolas Häckel wies jedoch darauf hin, dass der Ausschuss kein Drei-Jahres-Budget beschließen kann, sondern dass die einzelnen Gewinn- und Verlusterträge in jedem Jahr fortzuschreiben sind. Er machte auch darauf aufmerksam, dass es das eher unwahrscheinliche Risiko gebe, dass das Geld im Folgejahr nicht fließt, wenn die Politik den Beschluss aufhebe, weil das Geld woanders benötigt werde.
Bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme beschloss der Kulturausschuss die finanzielle Unterstützung des Meerkabaretts mit 100.000 Euro für die kommenden drei Jahr. „Ich bin natürlich froh, dass die Gemeinde unsere Arbeit wertschätzt und wir sehen das als Verpflichtung an, weiter ein gutes Programm zu machen“, erklärte Wussow gegenüber dem Sylter Spiegel. Schwierig sei es denn Spagat zwischen einer hohen Programmqualität und einer Risikoreduzierung hinzubekommen.
Dem neuen Modell kann auch der Bürgermeister positives abgewinnen: „Gut ist bei diesem Modell doch, dass der maximale gemeindliche Zuschussrahmen der kommenden drei Jahre nun für beide Seiten verlässlich auf insgesamt 100.000 Euro begrenzt ist und dem Meerkabarett große Flexibilität bietet.“
Auf die Frage, ob der abermalige Zuschuss der Gemeinde Begehrlichkeiten bei anderen Veranstaltungsreihen wecke, verwies Häckel auf die Politik: „Bei Kulturförderung handelt es sich um eine freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe, also über etwaige Begehrlichkeiten politisch zu entscheiden wäre.“